Drei Verbandsgemeinden stellen die Weichen für die touristische Zukunft
Mit der Fusion der touristischen Destination Hunsrück-Nahe hat das Land Rheinland-Pfalz in den vergangenen Jahren einen umfassenden Struktur- und Entwicklungsprozess im Tourismus angestoßen. Ziel ist es, touristische Aufgaben auf allen Ebenen leistungsfähig, zukunftssicher und wettbewerbsorientiert aufzustellen. Während sich die Zusammenarbeit auf regionaler Ebene bereits neu organisiert hat, rückt nun die kommunale Ebene stärker in den Fokus.

Die Bürgermeister Benedikt Seemann (Verbandsgemeinde Rhein-Nahe), Markus Lüttger (Verbandsgemeinde Rüdesheim) und Michael Cyfka (Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg, v. r. n. l.) bei der Unterzeichnung des gemeinsamen Letter of Intent.
Vor diesem Hintergrund haben die Bürgermeister Markus Lüttger (Verbandsgemeinde Rüdesheim), Benedikt Seemann (Verbandsgemeinde Rhein-Nahe) und Michael Cyfka (Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg) heute einen gemeinsamen Letter of Intent unterzeichnet. Damit geben die drei Verbandsgemeinden den Startschuss für einen interkommunalen Entwicklungsprozess mit dem Ziel, eine wettbewerbsfähige lokale Tourismusorganisation aufzubauen und den Erlebnisraum zwischen Rhein, Nahe und Soonwald gemeinsam weiterzuentwickeln. „Ich bin dankbar, dass alles relativ unbürokratisch auf den Weg gegangen ist“, erklärte Michael Cyfka. Es passe einfach, sei „eine Partnerschaft auf Augenhöhe“, so der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg
Dem heutigen Schritt gingen bereits intensive Gespräche sowie ein gemeinsamer Strategie-Workshop im Dezember 2025 voraus. Dabei wurde deutlich, dass die drei Verbandsgemeinden zahlreiche gemeinsame Potenziale verbinden – von den Erlebnisräumen Rhein, Nahe und Soonwald über Wein, Wandern und Radfahren bis hin zu kulturhistorischen Themen wie Hildegard von Bingen. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen an den Tourismus durch Digitalisierung, Datenmanagement, steigende Qualitätsansprüche und den zunehmenden Fachkräftemangel. Viele Aufgaben lassen sich künftig gemeinsam effizienter und professioneller erfüllen. „Tourismus kennt keine Grenzen. Es ist wichtig, dass wir das interkommunale, das globale Denken verinnerlichen“, bestätigte Markus Lüttger. „Wenn wir größer Denken, dann sind wir auch Magnet für andere.“
Mit dem Letter of Intent bekräftigen die drei Verbandsgemeinden ihre Absicht, touristische Projekte gemeinsam zu entwickeln, Marketingmaßnahmen enger abzustimmen, touristische Infrastruktur besser zu vernetzen und die Zusammenarbeit langfristig auszubauen. Die Absichtserklärung ist dabei bewusst noch keine verbindliche Organisationsentscheidung, sondern bildet die Grundlage für den nun beginnenden Entwicklungsprozess. „Ein Prozess, der uns in Richtung Wettbewerb führt. Wir machen uns gemeinsam auf den Weg und können uns gegenseitig bereichern – jede Verbandsgemeinde bringt was mit“, befand Benedikt Seemann.
Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist bereits erreicht: Der Förderantrag des Landes Rheinland-Pfalz wurde bewilligt. Der Entwicklungsprozess wird im Rahmen der Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau zur Förderung der Entwicklung wettbewerbsfähiger Tourismusstrukturen unterstützt. Ziel der Landesförderung ist es, Kommunen bei der Bündelung ihrer touristischen Aufgaben zu begleiten und leistungsfähige, zukunftsfähige Organisationsstrukturen aufzubauen.
Damit kann nun der rund 18-monatige Entwicklungsprozess beginnen, der von einem externen Tourismusfachbüro begleitet wird. Gemeinsam werden bestehende Strukturen analysiert, Organisations- und Finanzierungsmodelle entwickelt sowie konkrete Handlungsempfehlungen für die politische Entscheidungsfindung erarbeitet.
Die Kooperation soll die Region zugleich auf kommende Chancen vorbereiten. Mit der Bundesgartenschau 2029 im UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal und dem 900. Geburtstag der Heiligen Hildegard von Bingen im Jahr 2029 stehen zwei herausragende Ereignisse bevor, die weit über die Region hinaus Strahlkraft entfalten werden. Gemeinsam möchten die drei Verbandsgemeinden diese Anlässe nutzen, um den Erlebnisraum zwischen Rhein, Nahe und Soonwald stärker zu vernetzen, neue touristische Angebote zu entwickeln und zusätzliche Gäste für die gesamte Region zu gewinnen.
Am Ende des Entwicklungsprozesses werden den politischen Gremien konkrete Organisations- und Finanzierungsmodelle vorgestellt. Erst auf dieser Grundlage wird entschieden, in welcher rechtlichen Form die interkommunale Zusammenarbeit künftig dauerhaft ausgestaltet werden soll.
Mit der Unterzeichnung des Letter of Intent setzen die drei Bürgermeister ein gemeinsames Zeichen für die Zukunft: Touristische Entwicklung endet nicht an Gemeindegrenzen. Gemeinsam sollen die Stärken der Region gebündelt und der Erlebnisraum zwischen Rhein, Nahe und Soonwald nachhaltig weiterentwickelt werden.